Investitionsfreudiger Mittelstand
Das gegenwärtige niedrige Zinsniveau lockt nicht nur Menschen aus dem Privatsektor zu Krediten, sondern auch der Großteil des unternehmerischen Mittelstands in Deutschlands plant 2012 Investitionen.Obwohl eine Verschlechterung der Gesamtwirtschaftslage in der BRD zu verzeichnen ist, planen 85% der befragten Unternehmen Investitionen in 2012. Bei der Umfrage des TNS Infratest, der vom Handelsblatt online in Auftrag gegeben wurde, wurden über 200 Finanzentscheider aus Unternehmen mit einen Jahresumsatz von mehr als 25 Millionen Euro in April und Mai 2012 zu ihren Plänen und Beweggründen gefragt. Der Großteil der Verantwortlichen plant Investitionen ein; nur 12% lehnen neue Investitionen vollkommen ab.
Die Investitionsbereiche sind dabei unterschiedlich. Überraschenderweise plant der Großteil der Unternehmen (66%) eine Investition in die Infrastruktur wie z.B. neues Mobiliar, Fuhrpark oder IT-Technik. Weiterer Spitzenreiter ist mit 65% die Anschaffung von Ersatzmaschinen oder anderen Ersatzgeräten. Etwas weniger Unternehmen, nämlich 55%, planen die Investitionen für eine Neuanschaffung von Maschinen ein. Etwa 30% wollen Modernisierungen umsetzen und 26% haben den Bau oder Kauf einer Immobilie im Blick.
Die Gründe für das gestiegene Interesse an Investitionen geben einen guten Einblick in die Befindlichkeiten auf dem deutschen Markt. So geben 88% der Befragten an, das attraktive Zinsniveau sei der Grund für die geplanten Investitionen. 74% der Verantwortlichen begründen die Investitionen als dem Antrieb für das eigene Wachstum und einer Steigerung am Marktanteil. Etwa 71% geben an, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sei, um die eigene Wettbewerbssituation zu festigen. Aber auch die staatliche Förderung der Energieeffizienz macht für 62% der Mittelständler neue Investitionen interessant. 53% der Unternehmen wollen zudem aufgrund der erhöhten Bereitschaft der Banken bei der Vergabe von Krediten investieren.
Der Erhalt von Arbeitsplätzen steht nicht bei allen Unternehmen an oberster Stelle, wenn es um Investitionen geht. 37% der Befragten gaben an, neue Arbeitsplätze mit den Investitionen schaffen zu wollen. 51% hingegen schließen die Schaffung neuer Jobs vollkommen aus. Jedoch wollen zwei Drittel der Unternehmen Arbeitsplätze erhalten.
Von der Investitionsfreude der mittelständischen Unternehmen profitieren viele Banken. Auch wenn 74% der Unternehmen neue Investitionen aus Eigenmitteln finanzieren möchten, konnten deutsche Banken wie die Deutsche Bank trotz alledem eine Steigerung um ca. 1,3 Milliarden Euro bei Krediten für Mittelständler in den letzten vier Quartalen verzeichnen; dies entspricht einer Steigerung von 4%. Unternehmen wollen jedoch auch Fördermitteln in Anspruch nehmen: 37% der Unternehmen bekunden hier ihr Interesse, 36% haben schon Fördergelder beantragt.

